Am 01.06.2011 findet eine partielle Sonnenfinsternis statt (Diagramm von Fred Espenak), deren Sichtbarkeitszone Ostasien und das gesamte Nordpolargebiet umfasst. Das Maximum der Finsternis wird etwas westlich des Urals an der Barentssee bei 67°47'10'' nördlicher Breite und 46°40'24'' östlicher Länge erreicht. Dort werden genau 50% der Sonnenscheibe (magnitude 0.60) vom Mond bedeckt. An der nordnorwegischen Küste ist es nur unwesentlich weniger. Der niedrige Sonnenstand - die Finsternis findet dort gegen Mitternacht lokaler Zeit statt - erleichtert die Beobachtung nicht unbedingt. Etwas höher - besonders im ersten Teil der Finsternis - ist der Sonnenstand in Island, wo dafür der Bedeckungsgrad geringer ist. Von allen halbwegs problemlos erreichbaren Orten bietet Longyearbyen auf Svalbard sicherlich die besten Bedingungen, was den Sonnenstand betrifft. Schwierige Wetterbedingungen sind ohnehin in allen genannten Regionen zu erwarten. Die besten Chancen auf Wolkenlücken wird man in Island haben, wo die rund um die Insel laufende Hauptstraße hervorragende Optionen zum "Eclipse-Chasing" bietet.
Bedeckungsgrad der Sonnenscheibe und Sonnenhöhe beim Finsternismaximum für verschiedene Regionen und Orte in Nordeuropa sowie Ablauf der Sonnenfinsternis bei Bjargtanger (Island).
Maximum der partiellen SoFi am 01.06.2011 bei Sonnenaufgang auf 67°47'10''N/46°40'24''E, 50.0% der Sonnenscheibe bedeckt.
Finsternismitte in Longyearbyen / Svalbard am 01.06.2011; 45.0% der Sonnenscheibe bedeckt; Sonne 11.1° über dem Horizont.
Finsternismitte am Nordkapp 01.06.2011; 48.5% der Sonnenscheibe bedeckt; Sonne 3.6° über dem Horizont.
Finsternismitte in Raufarhöfn am 01.06.2011; 38.0% der Sonnenscheibe bedeckt; Sonne 5.1° über dem Horizont.
Alle Diagramme wurden erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.5 von Heinz Scsibrany.
Die SoFi am 01.06.2011 ist partiell, da der Kernschatten des Mondes die Erde verfehlt. Je nach Beobachtungsstandort bedeckt der Mond bis zu 50% der Sonnenscheibe. Bedeckungsgrade in dieser Größenordnung führen allefalls zu einer kaum wahrnehmbaren Abschwächung und Farbänderung des Tageslichtes. Der verbleibende Teil der Sonnenscheibe strahlt unverändert einige hunderttausendmal heller als der Vollmond vom Himmel. Eine partielle SoFi darf deshalb in allen Phasen nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt - mit Hilfe einer Projektion - beobachtet werden. Lesen Sie hierzu bitte den Artikel von Fred Espenak.
Weil das nicht verfinsterte Segment der Sonne so extrem hell ist, werden keine Sterne oder Planeten sichtbar. Alle die für totale oder ringförmige SoFis charakteristischen Phänomene treten nicht auf. Eine partielle Sonnenfinsternis wie die vom 01.06.2011 ist zwar ein interessantes, aber wenig spektakuläres Naturphänomen. Insbesondere gilt das im speziellen Fall für Island und Nordskandinavien, wo etliche Touristen aus Mitteleuropa Zeugen dieser SoFi werden dürften. Bei Bedeckungsgraden von 35 - 45% werden Sie ohne Hilfsmittel wie Schutzbrillen oder Projektionen nicht merken, dass dort oben am Himmel etwas Ungewöhnliches vor sich geht.