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Die Sonnenfinsternis am 15.01.2010 im Überblick
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Links zur Sonnenfinsternis am 15.01.2010
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DIE SONNENFINSTERNIS AM 15.01.2010 IM ÜBERBLICK
Die Sichtbarkeitszone (Diagramm von Fred Espenak) der ringförmige Sonnenfinsternis am 15.01.2010 beginnt im Dreiländereck Kamerun/Zentralafrikanische Republik/Tschad. Bereits hier dauert die ringförmige Phase über 7 Minuten. Binnen 20 Minuten überquert der Gegenschatten des Mondes den afrikanischen Kontinent. Die südlich der Zentrallinie gelegene kenianische Hauptstadt Nairobi erlebt den Feuerring am frühen Vormittag für 6m53s, Buur Gaabo an der Küste des indischen Ozeans für nahezu 9 Minuten. Während die Zentralzone entlang des Äquators auf das Meer hinaus zieht, nimmt die Länge der Finsternis weiter zu; nördlich der Seychellen, die nur knapp verfehlt werden, sind es bereits 10m30s. Einige hundert Kilometer südwestlich der Malediven wird bei den Koordinaten 01°37'40''N/69°13'37''E das Maximum der Finsternis erreicht mit 11m10s Dauer und einer Magnitude von 0,919 (entspricht einer Flächenbedeckung von 84,6%). Damit ist dies die längste ringförmige Sonnenfinsternis des 3. Jahrtausends! Über Male, der Hauptstadt der Malediven schwebt der Mond für 10m35s vor der Sonne, 20 Minuten später sind es in Jaffna auf Sri Lanka immerhin noch 10m04s. Nachdem die Zentralzone den Süden Indiens und den Norden Sri Lankas passiert hat, überquert sie den Golf von Bengalen in nordwestlicher Richtung. In Myanmar erreicht sie erneut das asiatische Festland, die Finsternisdauer ist jetzt wieder unter 9 Minuten gesunken. Gut 10 Minuten später erreicht der Feuerring China. In der genau auf der Zentrallinie gelegene Stadt Chongqing (die nur 6 Monate vorher eine totale Sonnenfinsternis erlebt hat!) vergehen 7m52s zwischen 2. und 3. Kontakt, in Quingdao sind es kurz vor Sonnenuntergang noch 7m38s. Augenblicke später endet die ringförmige Verfinsterung an der Küste des Gelben Meeres.
Die Sonnenfinsternis vom 15.01.2010 wird wegen ihrer Rekordlänge viele astronomisch interessierte Menschen anziehen, auch wenn sie wegen des geringen Bedeckungsgrades der Sonnenscheibe nicht sonderlich spektakulär ist. Mit Kenia, den Malediven und Sri Lanka passiert der Feuerring gleich 3 touristisch hervorragend erschlossene Urlaubsländer. Die Kulturreiseziele Indien, Myanmar und China bieten weitere Beobachtungsmöglichkeiten. Wer das Wetterrisiko minimieren möchte, wird sich trotz etwas kürzerer Dauer der ringförmigen Phase aufgrund der hervorragende Klimastatistiken für Myanmar oder den benachbarten Süden Chinas entscheiden.

Ablauf der Sonnenfinsternis am 15.01.2010
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Verlauf der Zentralzone am 15.01.2010 über Ostafrika.
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Verlauf der Zentralzone am 15.01.2010 bei den Seychellen.
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Mitte der ringförmigen SoFi am 15.01.2010 in Nairobi; 83.3% der Sonnenscheibe bedeckt; Dauer 6m53s.
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Partielle SoFi in Victoria/Seychellen am 15.01.2010; 83.9% der Sonnenscheibe bedeckt.
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Verlauf der Zentralzone am 15.01.2010 über den Malediven und Indien.
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Maximum der ringförmigen SoFi am 15.01.2010 auf 01°37'40''N/69°13'37'E, 84.6% der Sonnenscheibe bedeckt; Dauer 11m10s.
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Mitte der ringförmigen SoFi am 15.01.2010 in Male; 84.6% der Sonnenscheibe bedeckt; Dauer 10m32s.
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Partielle SoFi in Colombo am 15.01.2010; 83.3% der Sonnenscheibe bedeckt.
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Partielle SoFi in Madras/Indien am 15.01.2010; 82.4% der Sonnenscheibe bedeckt.
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Verlauf der Zentralzone am 15.01.2010 über China.
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Mitte der ringförmigen SoFi am 15.01.2010 in Puyang/China; 82.4% der Sonnenscheibe bedeckt; Dauer 2m14s; Sonne 5.3° über dem Horizont.
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Partielle SoFi in Shanghai am 15.01.2010; 73.0% der Sonnenscheibe bedeckt; Sonne 2.2° über dem Horizont.
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Alle Diagramme wurden erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.0 von Heinz Scsibrany.
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Im größten Teil Afrikas (mit Ausnahme des Westens), in ganz Asien, im Südosten von Europa, im mittleren und nördlichen Indischen Ozean sowie in Teilen des Westpazifiks ist diese SoFi als partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Hohe Bedeckungsgrade, die zu einer wahrnehmbaren Abschwächung des Tageslichtes führen, werden in Zentral- und Ostafrika, auf den Seychellen, den Komoren und Madagaskar, in Indien, in China, in der Mongolei und in den Ländern Südostasiens erreicht. So erlebt der bekannte Urlaubsort Pattaya in Thailand eine 54prozentige Verfinsterung der Sonnenscheibe.
Bei Sonnenaufgang kommt es auch im Südosten des deutschsprachigen Raumes östlich einer Linie Sankt Pölten - Klagenfurt zu einer äußerst bescheidenen partiellen SoFi, die maximal 1% erreicht. Dies wird allerdings schwierig zu beobachten sein, weil die Bedeckung am südlichen (= unteren) Rand der Sonnenscheibe stattfindet.

Bedeckungsgrad der Sonnenscheibe für verschiedene Orte in Mitteleuropa.
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Partielle SoFi in Pattaya/Thailand am 15.01.2010; 54.0% der Sonnenscheibe bedeckt.
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Partielle SoFi in Wien am Morgen des 15.01.2010; 0.3% der Sonnenscheibe bedeckt; Sonne am Horizont.
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Alle Diagramme wurden erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.0 von Heinz Scsibrany.
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WAS IST ZU SEHEN?
Die SoFi am 15.01.2010 ist ringförmig, d.h. der Mond tritt genau vor die Sonnenscheibe (es kommt also zu einer zentralen Verfinsterung), ohne sie aber ganz zu bedecken. Der scheinbare Durchmesser des Mondes ist in diesem Fall deutlich kleiner als derjenige der Sonne. Selbst im Maximum der Verfinsterung bleibt rund um die Mondscheibe ein recht breiter Ring der Sonnenscheibe sichtbar, welcher gut 15% der gesamten scheinbaren Sonnenfläche entspricht. Das hört sich wenig an - aber: das auf rund 1/7 reduzierte Sonnenlicht ist immer noch rund 60000 mal heller als der Vollmond! Eine ringförmige SoFi darf deshalb in allen Phasen nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt - mit Hilfe einer Projektion - beobachtet werden. Lesen Sie hierzu bitte den Artikel von Fred Espenak.
Weil der Sonnenring so hell ist, treten die für eine totale SoFi charakteristischen Phänomene nicht auf. Trotzdem ist eine ringförmige Sonnenfinsternis zweifelsohne nicht nur ein sehr seltenes, sondern auch ein eindrucksvolles Naturereignis. Wegen des hohen Bedeckungsgrades der Sonne kommt es zu einer sehr deutlichen und bisweilen geradezu gespenstischen Abschwächung und Farbveränderung des Tageslichtes. Sowohl beim 2. Kontakt (Übergang der partiellen in die ringförmige Phase) als auch beim 3. Kontakt (erneuter Übergang in die partielle Phase) tritt der von totalen SoFis her bekannten "Perlschnureffekt" auf; und bei dieser Finsternis können Sie ihn so ausgiebig genießen wie niemals wieder.
Achten Sie auch auf den Himmel: Jupiter wird bei klarer Sicht eventuell östlich der Sonne sichtbar werden. Venus in unmittelbarer Sonnennähe wird durch den grellen Feuerring überstrahlt werden, gleiches gilt für den lichtschwachen Planeten Merkur. Da der Bedeckungsgrad der Sonne bei dieser SoFi vergleichsweise gering ist, werden Sie wohl auch nach den hellen Sternen Wega (hoch im Norden), Arktur (tief im NNW) und Rigel Kentaurus (horizontnah Richtung SSW) vergeblich Ausschau halten.

Diagramm erstellt mit RedShift 4
Einen Eindruck von dem, was 2010 zu erwarten ist, geben Ihnen z.B. die Berichte und Fotos von der ringförmigen Sonnenfinsternis über dem Nordatlantik am 31.05.2003.
LINKS ZUR SONNENFINSTERNIS AM 15.01.2010
VORBERICHTE
Fred Espenak: Annular Solar Eclipses: -2999 to 5000 with Durations Exceeding 11m00s
Ian Cameron Smith: Annular Solar Eclipse: January 15 2010
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