REISENDE NACHT IN FERNOSTTotale Sonnenfinsternis am 22.07.2009
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DIE SONNENFINSTERNIS AM 22.07.2009 IM RÜCKBLICK
Die totale Sonnenfinsternis am 22.07.2009 zeichnete sich durch Ihre Länge aus - bis zu 6m38s wurde die Sonne durch den Mond verdeckt. Dort, wo die Zentralzone an der Westküste Indiens begann, wurde dieser Wert freilich bei weitem nicht erreicht. Mit 3m07s währte die Totalität aber bereits deutlich länger als bei der Sonnenfinsternis 1999 in Europa. Binnen weniger Minuten überquerte der Kernschatten Indien und das kleine Himalaya-Königreich Bhutan. Auch im Nordwesten von Bangladesh und im Südosten von Nepal war die Schwarze Sonne zu sehen, der Mount Everest lag allerdings rund 100 km nördlich der Zentralzone. Die SoFi am 22.07.2009 war in Süd-Sibirien, Kasachstan, Indien, Mongolei, China, Korea, Japan, ganz Südost-Asien mit Ausnahme der südlichen Teile Indonesiens sowie auf allen Pazifikinseln westlich des 150. Längengrades als partielle Finsternis sichtbar. Hohe Bedeckungsgrade, die zu einer wahrnehmbaren Abschwächung des Tageslichtes führten, wurden in ganz Indien, Nepal und Bhutan, großen Teilen Chinas, im südlichen Japan, Teilen Südost-Asiens und zahlreichen Inseln im Pazifik erreicht.
Die SoFi am 22.07.2009 wurde für die meisten der aus Mitteleuropa angereisten Finsternis-Enthusiasten zu einem Déja Vu-Erlebnis. Wie 1999 zog just am Finsternistag Bewölkung über der Zentralzone auf. Von Wuhan bis Shanghai glich die Beobachtung einem Lotteriespiel. Viele hatten Glück und sahen die Schwarze Sonne durch dünne Wolken, andere hatten Pech und erlebten eine verregnete Nacht mitten am Tag. Tatsächlich konnte sich niemand an eine Sonnenfinsternis erinnern, bei der es derart dunkel geworden war. Freilich gab es auch Gebiete, über denen der Himmel klar war, so z.B. die Stadt Chongquin, in die zwei internationale Reiseveranstalter kurzfristig per Flugzeug ausgewichen waren. Auch aus Bhutan und einigen Städten Indiens, darunter Varanasi, kamen überraschenderweise Erfolgsmeldungen. Dagegen dümpelte das Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" südlich von Japan unter einer Wolkendecke. Die erfahrenen Finsternisjäger waren ohnehin mit der "Costa Classica" unterwegs, welche am Punkt der maximalen Finsternisdauer die wohl besten Bedingungen entlang der Zentralzone antraf. |
LINKS ZUR SONNENFINSTERNIS AM 22.07.2009
Umfangreiche Informationen und Links zu Berichten und Fotos finden Sie im
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LITERATUR UND QUELLEN ZUR SONNENFINSTERNIS AM 22.07.2009Espenak, Fred & Anderson, Jay (2008): Total Solar Eclipse of 2009 July 22. NASA/TP-2008-214169, 74 S., Goddard Space Flight Center. Greenbelt (Maryland). Friedrich, Peter & Susanne (2008): Wenn der Drache die Sonne verschluckt. Interstellarum 61, 36-41. Krause, Stefan & Weidenbach, Angela (2009): Sonnenfinsternis 2009. 44 S., Eigenverlag, Bonn. |