AM RAND DES SCHATTENS

RINGFÖRMIGE SONNENFINSTERNIS AM 29.04.2014

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DIE SONNENFINSTERNIS AM 29.04.2014 IM ÜBERBLICK

Die ringförmige Sonnenfinsternis am 29.04.2014 findet (Diagramm von Fred Espenak) ist geometrisch gesehen ein Extremfall. Der Schattenkegel des Mondes verfehlt die Erde sowohl mit seiner Achse als auch mit dem größten Teil seiner Querschnittsfläche. Letztere trifft nur mit einem winzigen Teil für wenige Minuten in der östlichen Antarktis auf die Erde, wobei die Sonne am Horizont steht. Win-Eclipse weist eine maximale Finsternislänge von 30s aus. Dieser Wert ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil das Programm in solchen Extremfällen mit Ungenauigkeiten in den Berechnungen behaftet ist. Das spielt aber keine sonderliche Rolle, weil wahrscheinlich niemand die Gelegenheit haben wird, diese kuriose Sonnenfinsternis zu bestaunen. Die Zentralzone überdeckt keine der Antarktisstationen; Casey liegt allerdings nicht weit entfernt und erlebt eine sehr tiefe partielle Finsternis. Da Ende April in der Antarktis Winter herrscht, sind weder wissenschaftliche noch touristische Expeditionen möglich. Auch die Antarktisrundflüge, die gelegentlich ab Australien angeboten werden, beschränken sich auf die Monate Dezember - Februar.

In dem dem indischen Ozean zugewandten Teil der Antarktis, in ganz Australien, im südlichen Indonesien und auf einigen subantarktischen Inseln ist am 29.04.2014 eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Bedeckungsgrade über 50%, die zu einer wahrnehmbaren Abschwächung des Tageslichtes führen, werden aber außerhalb der Antarktis nur entlang der Südküste Australiens und auf Tasmanien erreicht.
Falls Sie sich um diese Zeit zufällig in Australien aufhalten, sollten Sie sich am 29. April nach Tasmanien aufmachen. Dort wird die Sonne immerhin zu knapp 2/3 vom Mond bedeckt, allerdings in unmittelbarer Horizontnähe. Besser ist die Situation in dieser Hinsicht im Westen des Kontinents. So wird das Finsternismaximum in Perth bei einer Sonnenhöhe von rund 32° erreicht. Diesen Vorteil erkauft man sich freilich mit einem niedrigeren Bedeckungsgrad von knapp 50%.

Animation des Finsternisverlaufs
Ablauf der Sonnenfinsternis am 29.04.2014

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Lage der Finsterniszone
Lage der Finsterniszone am 29.04.2014.
KLICKEN SIE BITTE HIER, UM DIE KARTE IN ORIGINALGRÖSSE ZU SEHEN.


Ringförmige SoFi über der Antarktis
Maximum der ringförmigen SoFi am 29.04.2014 auf 70°40'25''S/131°09'23'E bei Sonnenuntergang, 97,0% der Sonnenscheibe bedeckt; Dauer 0m30s.

Partielle SoFi über Casey Station
Finsternismitte über der Antarktis-Station Casey; 95,0% der Sonnenscheibe abgedeckt, Sonne 8° über dem Horizont.

Partielle SoFi in Perth
Finsternismitte in Hobart; 64,4% der Sonnenscheibe abgedeckt, Sonne 2° über dem Horizont.

Partielle SoFi in Perth
Finsternismitte in Perth; 49,2% der Sonnenscheibe abgedeckt, Sonne 32° über dem Horizont.

Alle Diagramme wurden erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.6 von Heinz Scsibrany.




WAS IST ZU SEHEN?

Die SoFi am 29.04.2014 ist ringförmig, d.h. der Mond tritt genau vor die Sonnenscheibe (es kommt also zu einer zentralen Verfinsterung), ohne sie aber ganz zu bedecken. Der scheinbare Durchmesser des Mondes ist in diesem Fall kleiner als derjenige der Sonne. Selbst im Maximum der Verfinsterung bleibt rund um die Mondscheibe ein schmaler Ring der Sonnenscheibe sichtbar, welcher 3% der gesamten scheinbaren Sonnenfläche entspricht. Das hört sich wenig an - aber: das auf rund 1/30 reduzierte Sonnenlicht ist immer noch etwa 15000 mal heller als der Vollmond! Eine ringförmige SoFi darf deshalb genau wie eine partielle in allen Phasen nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt - mit Hilfe einer Projektion - beobachtet werden. Lesen Sie hierzu bitte den Artikel von Fred Espenak.
Weil der Sonnenring so hell ist, treten die für eine totale SoFi charakteristischen Phänomene nicht auf. Trotzdem ist eine ringförmige Sonnenfinsternis zweifelsohne nicht nur ein sehr seltenes, sondern auch ein eindrucksvolles Naturereignis. Wegen des hohen Bedeckungsgrades der Sonne kommt es zu einer sehr deutlichen und bisweilen geradezu gespenstischen Abschwächung und Farbveränderung des Tageslichtes. Sowohl beim 2. Kontakt (Übergang der partiellen in die ringförmige Phase) als auch beim 3. Kontakt (erneuter Übergang in die partielle Phase) tritt der von totalen SoFis her bekannten "Perlschnureffekt" auf.

Einen ganz guten Eindruck von dem, was 2014 zu erwarten wäre, wenn man denn in die Zentralzone reisen könnte, geben Ihnen z.B. die Berichte und Fotos von der ringförmigen Sonnenfinsternis über dem Nordatlantik am 31.05.2003.



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