Die partielle Sonnenfinsternis am 25.11.2011 (Diagramm von Fred Espenak) zählt zweifelsohne zu den interessantesten ihrer Art. Immerhin werden bis zu 88% der Sonnenscheibe vom Mond überdeckt - mehr als bei mancher ringförmigen Sofi. Schade nur, dass - abgesehen von einigen Antarktisforschern - kaum jemand in den Genuss dieses Spektakels kommen wird. Zwar liegt der Bereich maximaler Verfinsterung (um 68°S/82°W) prinzipiell in Reichweite von Antarktis-Kreuzfahrten; allerdings ist es Ende November wohl noch zu früh für Vorstöße bis zum Polarkreis. Weiter nördlich, z.B. bei den South Orkney Islands, wird die Sonne aber immerhin noch zu 2/3 bedeckt. Die Finsterniszone überdeckt nicht nur den gesamten antarktischen Kontinent, sondern erreicht auch noch die Südspitze Afrikas und Tasmanien; allerdings wird die Sonnenscheibe in beiden Regionen nur so gerade eben angeknabbert. In Neuseeland, wo sich das Geschehen bei Sonnenuntergang knapp über dem Horizont abspielt, schneidet der Mond ein etwas größeres Stück der Sonne ab.
Lage der Finsterniszone.
Maximum der partiellen SoFi am 25.11.2011 bei Sonnenaufgang auf 68°34'24''S/82°25'42''W, 88.3% der Sonnenscheibe bedeckt.
Finsternismitte in Kapstadt am 25.11.2011; 4.0% der Sonnenscheibe bedeckt.
Finsternismitte in Hobart (Tasmanien) am 25.11.2011; 1.5% der Sonnenscheibe bedeckt.
Finsternis bei Sonnenuntergang in Christchurch (Neuseeland) am 25.11.2011; 16.6% der Sonnenscheibe bedeckt.
Alle Diagramme wurden erstellt mit WIN-ECLIPSE 3.5 von Heinz Scsibrany.
Die SoFi am 04.01.2011 ist partiell, da der Kernschatten des Mondes die Erde knapp verfehlt. Je nach Beobachtungsstandort bedeckt der Mond bis zu knapp 9/10 der Sonnenscheibe. Das hört sich nach viel an - aber: die verbleibende Sonnensichel ist immer noch mindestens 40000fach heller als der Vollmond! Selbst wenn man wegen der Horizontnähe von einer Extinktion um bis zu 4 oder 5 Grössenklassen ausgehen kann, ist die Sichelsonne immer noch ein Objekt der -19. Größenklasse mit etwa der 1000fachen Leuchtkraft des Vollmondes. Die verfinsterte Sonne darf deshalb in allen Phasen nur durch spezielle Schutzbrillen oder indirekt - mit Hilfe einer Projektion - beobachtet werden. Lesen Sie hierzu bitte den Artikel von Fred Espenak.
Eine partielle Sonnenfinsternis der beschriebenen Größenordnung ist zweifelsohne ein eindrucksvolles Naturereignis. Zum einen kommt es wegen des hohen Bedeckungsgrades der Sonne zu einer sehr deutlichen und unter Umständen geradezu gespenstischen Abschwächung und Farbveränderung des Tageslichtes, zum anderen gibt es wohl kaum ein faszinierendes Naturereignis als eine über dem Horizont schwebende Sonnensichel. Wohl bei jedem, der diesen Anblick am 31. Mai 2003 in Mitteleuropa genießen konnte, hat er einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen.
Bei der SoFi am 25.11.2011 wäre - wenn man denn den Ort der maximalen Finstermisgröße erreichen könnte - ein Durchmustern des Himmel srecht lohnend. Nben Venus und Jupiter, die wahrscheinlich beide mit bloßem Auge sichtbar sein werden, befinden sich immerhin 4 der 6 hellsten Sterne am Himmel. Zumindest Sirius und Canopus sollten im Fernglas sichtbar sein - man muss aber genau wissen, wo sie aufzufinden sind.
Himmelsanblick am Ort maximaler Finsternisgröße; am 25.11.2011, Blickrichtung Osten; Standort: 68°34'24''S/82°25'42''W. Diagramm erstellt mit RedShift 4