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TOTALE SONNENFINSTERNISSE IN EUROPA 1951 - 2050
Im Zusammenhang mit einer totalen Sonnenfinsternis kommen eigentlich immer die folgenden zwei Fragen auf:
Wann war an diesem Ort die letzte SoFi?
Wann wird hier die nächste sein?
Dank des von Fred Espenak erstellten World Atlas of Solar Eclipse Paths lassen sich solche Fragen für den Zeitraum -2000 bis +3000 problemlos beantworten.
Die folgende Aufstellung umfasst die 10 in Europa sichtbaren totalen Sonnenfinsternisse in der 100jahres-Periode 1951 bis 2050. Hinzugefügt haben wir außerdem zwei weitere, die unseren Kontinent nur knapp verfehlen, sowie die nächste im deutschen Sprachraum sichtbare.
30.06.1954 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Island, Färöer, Shetland Inseln, Norwegen, Schweden, Lettland, Litauen, Polen, Weissrussland, Ukraine, Russland
SAROS 126
Eine der bekanntesten Sonnenfinsternisse des 20. Jahrhunderts war die vom 30. Juni 1954. In Skandinavien war sie total, in Deutschland waren bis zu 93% der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Es muss eine eindrucksvolle Himmelserscheinung gewesen sein, die in der Erinnerung dann wohl noch etwas verklärt wurde.
RÜCKBLICK DER BBC (Englisch)
15.02.1961 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Frankreich, Monaco, Italien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Albanien, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Russland, Kasachstan
SAROS 120
Eine weitere legendäre SoFi, die in Frankreich und Norditalien total war, fand am 15. Februar 1961 statt. Originalaufnahmen dieser Sonnenfinsternis sind übrigens in dem Film "Barrabas" zu sehen. In Mitteleuropa erreichte die partielle Phase je nach geographischer Lage 80 bis 98%. Vielen älteren Mitbürgern dürfte das Ereignis deshalb noch in Erinnerung sein.
INFOPORTAL DER SOCIETÀ ASTRONOMICA G.V.SCHIAPARELLI (Italienisch)
31.07.1981 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Russland
SAROS 145
Die Zentralzone dieser Sonnenfinsternis streifte Europa im äußersten Südosten nördlich des Kaukasus. Dieses Gebiet gehörte damals zur UDSSR und es herrschte tiefste Eiszeit zwischen den Militärblöcken. Dennoch fanden einige Finsternis-Enthusiasten aus westlichen Ländern ihren Weg zur Schwarzen Sonne. Dies war übrigens die Saros-Vorgängerin "unserer" 99er-SoFi.
BERICHT VON BILL KRAMER (Englisch)
22.07.1990 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Estland, Finnland, Russland
SAROS 126
Die Sonnenfinsternis am 22.07.1990 gehörte zu dem gleichen Saros 126, der die legendäre 54er-Finsternis hervorgebracht hatte. Erstmals seit 1961 bot sich für Mitteleuropäer die Chance, eine totale Sonnenfinsternis praktisch vor der Haustür zu erleben, nämlich in Südfinnland. Leider waren die Bedingungen äußerst ungünstig – die Eclipse fand praktisch bei Sonnenaufgang statt. Einige Gruppen setzten angesichts der hohen Bewölkungswahrscheinlichkeit deshalb gleich auf eine Beobachtung aus Reiseflughöhe. Neben solchen Profis gab es aber auch Sommerurlauber, die erst vor Ort zufällig von dem anstehenden Ereignis erfuhren.
BERICHT VON THOMAS BUJACK (Deutsch)
11.08.1999 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
England, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Österreich, Slowenien, Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien
SAROS 145
Die Sofi am 11.08.1999 war das größte astronomische Ereignis seit der Mondlandung. Die Verkehrsstaus sind genauso zur Legende geworden, genauso wie das Wetter an jenem Tag. Zumindest in England, Frankreich und Deutschland sah kaum jemand die Schwarze Sonne. Man brauchte schon Glück, um eines der wenigen Wolkenlöcher zu erwischen, wie z.B. in der Karlsruher Innenstadt. ARD und ZDF, deren Live-Sendungen zur SoFi Quotenhits wurden, waren auf Nummer sicher gegangen und hatten ein Flugzeug gechartert. Auf der sicheren Seite waren auch diejenigen, die sich bereits am Abend des 10.08.99 in ihren PKW gesetzt hatten und es daher bis in den Osten Österreichs oder sogar nach Ungarn schafften: dort war das Wetter nämlich einwandfrei.
RÜCKBLICK & LINKSAMMLUNG BEI ASTRO!NFO (deutsch)
29.03.2006 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Russland, Kasachstan
SAROS 139
Die Zentralzone der totalen Sonnenfinsternis am 29.03.2006 zog sich u.a. über das Mittelmeergebiet und das Schwarze Meer. Fast im gleichen Gebiet wie die Finsternis von 1981 berührte sie nördlich des Kaukasus europäischen Boden. Diese SoFi wurde daher zum touristischen Großereignis. Libyen, ein noch vor wenigen Jahren weitgehend isoliertes Land, wurde von mehr Touristen besucht als sonst in einem ganzen Jahr. Geschätzte 5000 Beobachter versammelten sich in 3 Camps in der Sahara und erlebten die wohl schönste Sonnenfinsternis seit Jahrzehnten.
Libyen bot statistisch die besten Wetteraussichten, doch auch diejenigen, die nach Ägypten und in die Türkei gereist waren, bekamen eine prachtvolle Finsternis zu sehen.
INFOPORTAL
01.08.2008 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Russland
SAROS 126
Der uns bereits gut bekannte Saros 126 stattet dem äußersten Nordosten Europas am 01.08.2008 einen erneuten Besuch ab. Die Zentralzone zieht sich über die zum Svalbard-Archipel gehörende unbewohnte Insel Hvitöya und über das russische Novaja Semlja. Das Festland erreicht der Kernschatten gegen Mittag dann auf der asiatischen Seite des Urals.
INFOSEITE
20.03.2015 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit nahe Europa (GRAFIK):
Färöer, Svalbard
SAROS 120
Die SoFi am 20.03.2015 beginnt im Nordatlantik etwa 700 Kilometer südlich der grönländischen Südküste. Der Kernschatten zieht nun nach Nordosten und verfehlt Ostisland nur um etwa 70 Kilometer, überquert aber die Färöer-Inseln. Auf der Inselgruppe schwankt die Dauer zwischen 1 Minute 41 Sekunden im Süden und 2 Minuten 32 Sekunden im Norden. In der Hauptstadt Tórshavn, die in großen Teilen des Stadtgebietes gute Beobachtungsmöglichkeiten bietet, sind es 2 Minuten 18 Sekunden, wobei die Sonne knapp 20 Grad über dem Horizont steht.
Der Finsternispfad zieht nun weiter Richtung Norden. Bevor der Kernschatten nur 70 Kilometer vom Nordpol entfernt die Erde verlässt, überquert er noch den norwegischen Svalbard-Archipel. Longyearbyen, der Hauptort dieser arktischen Inselgruppe, liegt fast auf der Zentrallinie. Die Dauer der totalen Phase beträgt hier bei einer Sonnenhöhe von rund 11 Grad 2 Minuten 31 Sekunden.
INFOSEITE
12.08.2026 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Island, Portugal, Spanien, Balearen
SAROS 126
Am 12.08.2026 beschert Saros 126 Europa bereits die 4. totale Sonnenfinsternis seit 1954. Die Zentralzone zieht durch das Nordpolarmeer knapp am Nordpol vorbei und dann entlang der Ostküste Grönlands. Erst am Nachmittag erreicht der Kernschatten im Westen Islands bewohnte Gefilde. In Nordspanien trifft er dann gegen Abend noch einmal auf Land. In nur 4 Minuten überquert er Spanien einschließlich der Balearen. Die Städte Oviedo, Bilbao, Valladolid, Valencia und Palma de Mallorca liegen in der Zentralzone, während Madrid knapp außerhalb bleibt.
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02.08.2027 (Grafik der NASA)
Sichtbarkeit in Europa (GRAFIK):
Spanien, Gibraltar
SAROS 136
Die SoFi am 02.08.2027 beginnt
über dem Atlantik auf halbem Weg zwischen den Antillen und den Azoren. Auf seinem Weg nach Osten zieht der Kernschatten etwa rund 90 Kilometer nördlich an Madeira vorbei. Rund 10 Minuten später erreicht er beiderseits der Straße von Gibraltar das Festland. Auf der afrikanischen Seite verdunkelt sich die Sonne in Tanger für 4m49s, auf der europäischen Seite erlebt Gibraltar die Schwarze Sonne für 4m33s. Die Zentralzone zieht sich nun entlang der Nordküste Afrikas, um sich später immer mehr nach Südosten zu wenden. Nur rund 100 km östlich von Luxor wird mit einer Dauer von 6m23s das Maximum der Finsternis erreicht; die Zentralzone ist hier knapp 258 km breit, die Sonne steht fast im Zenit. Nachdem der Kernschatten das Rote Meer und die arabische Halbinsel überquert hat, legt er auf dem Indischen Ozean ohne weiteren Landkontakt noch einige 1000 Kilometer zurück, bevor er etwa 1300 Kilometer südöstlich von Sumatra bei Sonnenuntergang die Erdoberfläche verlässt.
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